Jahresbericht 2019

2019 widmeten wir uns verschiedenen Schwerpunkten in der Schweiz und der Dominikanischen Republik. Die Anforderungen in den beiden Ländern sind sehr verschieden und es erfordert deshalb individuelle Lösungen.

Integration in der Schweiz

Durch die Zusammenarbeit mit Lösung.expert gelang es auch in diesem Jahr wieder Menschen, welche ohne Arbeit, Wohnsitz oder soziale Kontakte schwierige Zeiten durchlebten wieder ins Netzwerk zu integrieren. Diese Arbeit bestand vorwiegend aus Coaching und Ausgleich im persönlichen System. Dabei verwendeten wir nebst unseren systemischen Tools auch das polbal-Modell. Ein wesentlicher Bestandteil unserer Arbeit bestand darin ein Ungleichgewicht innerhalb der persönlichen Energie-Bilanz aufzuzeigen. Der Mensch neigt dazu bei Schwierigkeiten vormals erfolgreiche Strategien zu verstärken. In vielen Fällen kann das aber zu erheblichen Problemen führen wenn die Strategie nicht mehr angemessen ist. Erstaunlicherweise halten aber viele Betroffene genau an diesen Mustern fest und verschlechtern so zunehmend ihre Bilanz. Wird eine Anstrengung unternommen und der Erfolg bleibt aus, wird die selbe Anstrengung verstärkt, anstatt alternative Verhalten zu erkunden. Anhand des Modells sind wir in der Lage diese Überbelastung aufzuzeigen. Im Vereinsjahr konnten wir 6 Personen zu einem Arbeitsplatz verhelfen und 3 Personen einen geeigneten Wohnraum besorgen. Nebst diesen Erfolgen waren weitere 12 Beratungen (nach Angaben der Betroffenen) "unterstützend" oder "sehr unterstützend".

Öffnung des Vereins

a-syndicate finanzierte sich in den letzten Jahren vor allem durch sehr hohes Engagement des Vorstandes. In 3 Jahren waren dies ca. CHF 120'000. So konnte bemerkenswerte Arbeit geleistet und viele Projekte auf den Weg gebracht werden. Nun, da die Abläufe standardisiert sind und sich die Organisation bewährt hat erscheint ein logischer nächster Schritt die Erweiterung des Netzwerks auf weitere Personen und Unternehmen. In den nächsten Monaten werden gezielt interessante, übereinstimmende Menschen eingeladen Teil der Organisation zu werden. Dabei achten wir auf Vielschichtigkeit und Balance innerhalb der Struktur. Das Netzwerk wird innerhalb der Schweiz gestärkt und auf zusätzliche Länder erweitert sowie sukzessive ausgebaut.

Fundament bilden die persönlichen Beiträge der Mitglieder von CHF 100/Monat und die Bereitschaft aktiv an Projekten mitzuarbeiten. In allen Bereichen wird höchste Transparenz angestrebt. Jeder einzelne investierte Franken wird in jedem Projekt für alle Teilnehmenden sichtbar gemacht. Im Zentrum einer Zelle von maximal 115 Mitgliedern steht eine professionelle Fachperson, die alle Projekte erfasst und koordiniert und zudem die einzelnen Personen auf dem Weg fördert und begleitet. Sie arbeitet eng mit den Projekt-Gruppen zusammen. a-syndicate soll eine Vereinigung von Gleichgesinnten sein, die einerseits Zeit in Projekten verbringen und sich darüber hinaus gegenseitig unterstützen, fordern und fördern. Dafür benötigt es, um effizient und professionell arbeiten zu können, Fachpersonen. Die Aufgaben erfordern hohe Arbeitspensen. Diese Personen im Zentrum erhalten für ihre Arbeit einen Lohn, da auch hier auf Balance und Ausgleich geachtet wird. Infrastruktur und Knowhow wird von vielen Seiten ehrenamtlich beigesteuert. Durch diese Strukturen ist es möglich mit sehr schlankem Aufwand eine äusserst hohe Effizienz und Professionalität zu erreichen.
Um diese Arbeit 2020 erfolgreich umsetzen zu können wurden in 2019 die Grundlagen dafür geschaffen. Teile der Webseite wurden überarbeit und verschiedene Tools errichtet, welche die Erfassung von Projekten und die Kommunikation innerhalb der Projekt-Gruppen erleichtern. Diese Arbeit erforderte erheblichen zeitlichen Aufwand ermöglicht aber einen sehr gut vorbereiteten Start ins 2020.

Stabilisierung in Santo Domingo

Im Frühling dieses Jahres erfüllte sich für die Regionalleiterin Cindy Puello eine grosser Wunsch mit der Geburt ihres ersten Kindes. Nashly Rubi kam am 30. September zur Welt. Allerdings war der Start ins Leben ein schwieriger. Da das Baby eine Transposition am Herzen hatte musste sie über Monate in New York behandelt und sofort nach der Geburt operiert werden. Gott sei Dank ist alles gut gegangen und Mutter und Kind sind wohlauf. Da schon früh im Jahr klar wurde, dass es Monate in Anspruch nehmen würde alle diese Aufgaben wahrzunehmen, entschlossen wir uns 2019 keine neuen Projekte ins Leben zu rufen, sondern die bereits erfolgreich Agierenden weiter zu stabilisieren und zu unterstützen. Im Nachhinein erwies sich dies als sehr sinnvoll, da einige unserer Klienten nach wie vor auf Know-how und finanzielle Unterstützung angewiesen sind. So stellten wir verschiedene Tranchen zur Verfügung um die Gruppen zu unterstützen. Insgesamt konnten wir so CHF 17'000.-- zur Verfügung stellen. Die Handwerker-Gruppen konnten so ihr Angebot ausbauen und weitere Infrastruktur anschaffen. Da die Situation nun stabilisiert und die Erfolgsaussichten sehr positiv sind, werden wir im kommenden Jahr wieder neue Projekte in Angriff nehmen können.

Jahresbericht 2018

2018 war ein schwieriges Jahr für unsere Vereinigung. Einerseits gelang es bestehende Projekte weiter voran zu bringen, auf der anderen Seite gab es aber auch grössere Schwierigkeiten die Finanzierung aufrecht zu erhalten.  Dies hat uns auch dazu bewegt unser Konzept an die Situation anzupassen. 

Projekte

Wir konzentrierten unsere Arbeit 2018 auf die Förderung bestehender Gruppen und Personen. Es gelang 8 Personen zu einer Anstellung und/oder Ausbildung zu verhelfen. Die Arbeitsverhältnisse sind aber teilweise noch instabil und erfordern unsere weiteren Koordination. Trotzdem sind wir mit dem Resultat sehr zufrieden. 

Die Handwerker Gruppe A-Taller konnte in den vergangenen Monaten verschiedene Aufträge von Privaten entgegen nehmen. Die Abläufe funktionierten unterdessen so gut, dass wir uns entschlossen die Gruppe in eine selbständig getragene Firma zu fördern. Es gelang den notwendigen Grundstock an Maschinen und Werkzeugen zu beschaffen. A-Syndicate unterstützt die Gruppe mit einem finanziellen Polster von $ 10'000.-- Damit wird es möglich geeignete Räumlichkeiten anzumieten und entsprechende Investitionen tätigen zu können. Auch weiterhin begleiten wir den Prozess in die Unabhängigkeit und Selbständigkeit. 

neues Finanzkonzept

2018 haben wir grosse Anstrengungen unternommen eine längerfristige Finanzierung unseres Gesamtprojektes zustande zu bringen. Dafür waren wir in engerem Kontakt zu verschiedenen Stiftungen in der Schweiz. Das Interesse an unserer Arbeit war gross und das Engagement wurde öfters sehr positiv bewertet. Trotzdem wird die Dominikanische Republik nach wie vor nicht als Krisenregion angesehen und andere Regionen werden regelmässig in der Unterstützung bevorzugt. Das ist zu einem grösseren Teil auch verständlich. Dieses Land hat landschaftlich und durch die herzliche Ausstrahlung der Menschen viel zu bieten und für Reisende erscheinen viele Regionen als Paradies auf Erden. 

Nun könnten wir weiterhin gegen dieses Image ankämpfen und die problematische Seite der Medaille versuchen in den Vordergrund zu heben. Das ist aber ein aufwändiger und auch kontraproduktiver Weg. Wir haben uns dazu entschlossen die Vorzüge des Landes zu nutzen um den benachteiligten Bevölkerungsgruppen Unterstützung zukommen zu lassen. 

In den folgenden Jahren werden wir deshalb ein Netzwerk zu verschiedenen Anbietern im Immobilien-Segment und anderen Sparten aufbauen. Viele nützliche Kontakte konnten schon errichtet werden. Wir arbeiten länderübergreifend mit Personen aus allen Schichten um eine möglichst homogene Struktur erhalten zu können. Das Netzwerk wird so sehr persönlich und partnerschaftlich. Jede Person kann an den einzelnen Projekten teilnehmen und eine Beitrag leisten.

Die verschiedenen Partner verpflichten sich, die von uns entwickelten Kriterien der Nachhaltigkeit einzuhalten. So kann auch ein Beitrag an die ökologische Verwendung von Ressourcen bewirkt werden und die Sensibilität aller Beteiligten gefördert werden. Dadurch können wir den Focus auf das Schöne und Vorhandene richten und dabei eine zusätzliche Verbesserung erreichen.

Der Vorteil dieses Systems erscheint uns im Umstand, dass wir die wesentlichen Bereiche in eigener Hand haben. So sind wir weniger abhängig von Geldgebern und der globalen Lage  anderer Krisenregionen. Wir können Teile der notwendigen Gelder selbst erwirtschaften und dabei auch unsere Klienten durch Arbeit in den Prozess einbinden.

2019 werden wir so einen Grossteil unserer Energie in den Aufbau dieses Systems stecken.

Jahresbericht 2017

 

2017 war ein sehr wichtiges Jahr. Nach der Übersiedlung von Cindy Puello Ende 2016 nach Santo Domingo konnten die Pläne effizient umgesetzt werden. Wir durften so einige sehr interessante Projekte verwirklichen. Hier ein kleiner Überblick:

Beratungsräume

 

Aufgrund des Netzwerkes konnte eine verhältnismässig günstige Immobilie angemietet werden. Zwar waren noch einige Renovations-Arbeiten umzusetzen und manches musste noch ergänzt werden. Das war aber auch eine ausgezeichnete Möglichkeit schon die ersten Arbeiter mit in dieses Projekt einzubeziehen und wichtige Erfahrungen zu sammeln. So konnten ab März zwei Räume für die Beratungsstelle bereitgestellt werden. 
Schon in den ersten Wochen wurde das Angebot sehr gut angenommen. Dabei konnten wir einerseits einen Überblick gewinnen und auch erste Vernetzungsarbeit betreiben. Dabei hat sich schnell das Bild ergeben, dass die jungen Menschen sehr engagiert sind eine Arbeit zu finden, dass es aber kaum Möglichkeiten gibt eine Ausbildung zu absolvieren. Dadurch sind die Verdienstmöglichkeiten als ungelernte Hilfsarbeiter sehr gering. Diesem Umstand werden wir uns deshalb in den nächsten Jahren besonders stark widmen.

Umfragen

Um noch einen besseren Überblick über die Situation und die Bedingungen der Betroffenen zu erhalten, führte ein 3 köpfiges Team unter der Leitung von Cindy Puello Umfragen durch. Dazu wurden an neuralgischen Punkten sowohl Jugendliche (48) befragt als auch Gewerbetreibende (12) und Immobilienbesitzer (6) mit einbezogen. Dabei gab es 3 Schwerpunkte:

  1.  Bei den schlecht ausgebildeten Jungendlichen herrscht durchgehend Hoffnungslosigkeit. Ihnen ist bewusst, dass sie kaum eine Chance haben eine Familie zu ernähren. Vor allem die Mädchen sehen ihre Zukunft pessimistisch. Sie orientieren sich in grosser Zahl daran ins Ausland zu ziehen (vorzugsweise USA oder Europa). 83% der Befragten gaben aber an, wenn sie eine Chance im Land auf Ausbildung und Anstellung mit ausreichendem Lohn hätten würden sie diese Möglichkeit sofort wahrnehmen. Fast alle streben dabei eine selbständige Tätigkeit an.
  2. Das Gewerbe ist sehr zurückhaltend was konkrete Vereinbarungen betrifft. Unternehmer sind kaum bereit die jungen Menschen fundiert auszubilden. Sie bedienen sich eher in dem grossen Angebot an Arbeitssuchenden je nach Bedarf und stellen die Arbeiter nur temporär ein. Mitarbeiter einzuarbeiten und auch Lernfelder zu bieten scheint für viele zu aufwendig zu sein.
  3. Auch Immobilien-Besitzer sind kaum bereit Experimente zu machen. Liegenschaften werden nur an Personen vermietet, die über ausreichend Reserven und Einkommen verfügen. Unter diesen Bedingungen, ohne eine Möglichkeit auf Förderung, ist der Start in eine selbständige Tätigkeit nicht möglich. 
So schliessen wir das Resümee diese 3 Hauptpunkte in die Zielsetzung aufzunehmen:
  1. Wir bieten eine möglichst fundierte Ausbildung und sorgen für eine angemessene Anschlusslösung
  2. Wir bauen ein Vertrauensverhältnis zum Gewerbe auf und vermitteln so unsere Lehrabgänger in dieses Netzwerk
  3. Wir bilden eine Koordination-Funktion und unterstützen junge Erwachsene beim Aufbau einer selbständigen Tätigkeit

Web-Workshop

Bei den Gesprächen mit den Jugendlichen zeigte sich, dass relativ wenige ein klares Bild von der Zukunft haben. Wie könnte eine selbständige Tätigkeit gestaltet werden? Was könnte angeboten werden und wie würde das aussehen? Um die jungen Menschen bei der Visualisierung zu helfen wurde ein Workshop organisiert. Dabei wurden mögliche Tätigkeiten innerhalb der Dienstleistung besprochen und anhand von virtuellen Webseiten umgesetzt. Diese Technik ermöglichst es den Teilnehmenden das Ziel zu fokussieren und konzentriert darauf hinzuarbeiten. Bei der jeweiligen Umsetzung stand unser Team zur Seite. Als Anschauungsmaterial dienten die Seiten: anacaonatours, a-garb und cindycate. Am Workshop nahmen 4 Mädchen und Jungen im Alter von 14 - 17 Jahren teil. Dabei konnten wir auch die länderübergreifende Zusammenarbeit festigen. Stephan Mayenknecht übernahm beim Kurs Teile der Gestaltung und die Vernetzung zum Web-Hosting. Die Kommunikation über Skype funktioniert problemlos, von einigen Stromausfällen abgesehen.

Renacer Taller

Im Laufe des Jahres gab es immer wieder vereinzelte Arbeitseinsätze, bei denen Interessierte am Projekt mit einbezogen wurden. Das führte in der Folge zur Gründung der  Arbeitsgruppe Renacer Taller,  die auch in Zukunft als Team zusammenarbeiten möchte und so stärker auf dem Markt auftreten kann. Für die Muster-Arbeit konnte eine Dachterrasse gestaltet werden. Cindy Puello konnte dabei ihre Projektarbeit innerhalb des Design-Studiums einfliessen lassen. Die bauliche Leitung führte  David Armando Puello. Dabei nutzte er seine Erfahrungen im Baugewerbe eindrücklich. Vor einigen Jahren führte er ein eigenes Bauunternehmen in den USA. So war es möglich das Projekt auf hohem professionellen Niveau umzusetzen. Die Ausführung dient nun dafür, für die Baugruppe Aufträge zu organisieren.

Merchandising

Für unseren Partner Lösung.expert konnten wir eine kleine Charge an Merchandising-Produkten herstellen. Dafür wurde ein Holz-Stern produziert. Für die Umsetzung funktionierte die Zusammenarbeit ausgezeichnet. Der Prototyp wurde in der Schweiz hergestellt und die Zeichnungen und Maschineneinstellungen nach Santo Domingo gesandt. Zwei Jugendliche konnten in die Produktion mit einbezogen werden.

Kunst-Workshop

In den Umfragen zeigte sich, dass vor allem junge Frauen sehr interessiert sind, Ihre Zukunft im Bereich des Kunsthandwerks zu suchen. Das ist grundsätzlich durch ein Studium möglich. Um den jungen Menschen einen Einblick in die Ausbildung zu gewähren organisierten wir einen 2-tägigen Schnupperkurs. Dabei konnten Interessierte am Alltag der Kunstschule teilnehmen. Das Echo war sehr gross und es wird nun in einem weiteren Schritt wichtig sein, Teilnehmenden aus den unteren Schichten einen Zugang zum Studium zu ermöglichen oder zumindest ein Kursprogramm auf die Beine zu stellen.