Jahresbericht 2018

2018 war ein schwieriges Jahr für unseren Verein. Einerseits gelang es bestehende Projekte weiter voran zu bringen, auf der anderen Seite gab es aber auch grössere Schwierigkeiten die Finanzierung aufrecht zu erhalten.  Dies hat uns auch dazu bewegt unser Konzept an die Situation anzupassen. 

Projekte

Wir konzentrierten unsere Arbeit 2018 auf die Förderung bestehender Gruppen und Personen. Es gelang 8 Personen zu einer Anstellung und/oder Ausbildung zu verhelfen. Die Arbeitsverhältnisse sind aber teilweise noch instabil und erfordern unsere weiteren Koordination. Trotzdem sind wir mit dem Resultat sehr zufrieden. 

Die Handwerker Gruppe A-Taller konnte in den vergangenen Monaten verschiedene Aufträge von Privaten entgegen nehmen. Die Abläufe funktionierten unterdessen so gut, dass wir uns entschlossen die Gruppe in eine selbständig getragene Firma zu fördern. Es gelang den notwendigen Grundstock an Maschinen und Werkzeugen zu beschaffen. A-Syndicate unterstützt die Gruppe mit einem finanziellen Polster von $ 10'000.-- Damit wird es möglich geeignete Räumlichkeiten anzumieten und entsprechende Investitionen tätigen zu können. Auch weiterhin begleiten wir den Prozess in die Unabhängigkeit und Selbständigkeit. 

neues Finanzkonzept

2018 haben wir grosse Anstrengungen unternommen eine längerfristige Finanzierung unseres Gesamtprojektes zustande zu bringen. Dafür waren wir in engerem Kontakt zu verschiedenen Stiftungen in der Schweiz. Das Interesse an unserer Arbeit war gross und das Engagement wurde öfters sehr positiv bewertet. Trotzdem wird die Dominikanische Republik nach wie vor nicht als Krisenregion angesehen und andere Regionen werden regelmässig in der Unterstützung bevorzugt. Das ist zu einem grösseren Teil auch verständlich. Dieses Land hat landschaftlich und durch die herzliche Ausstrahlung der Menschen viel zu bieten und für Reisende erscheinen viele Regionen als Paradies auf Erden. 

Nun könnten wir weiterhin gegen dieses Image ankämpfen und die problematische Seite der Medaille versuchen in den Vordergrund zu heben. Das ist aber ein aufwändiger und auch kontraproduktiver Weg. Wir haben uns dazu entschlossen die Vorzüge des Landes zu nutzen um den benachteiligten Bevölkerungsgruppen Unterstützung zukommen zu lassen. 

In den folgenden Jahren werden Cindy Puello und Stephan Mayenknecht deshalb ein Netzwerk zu verschiedenen Anbietern im Immobilien-Segment aufbauen. Viele nützliche Kontakte konnten schon errichtet werden. Ziel ist es 2019 ein Angebot errichtet zu haben, das Kunden aus der Schweiz, und generell aus dem deutschsprachigen Raum, eine ganz spezielle Beratung zukommen lässt. Stephan Mayenknecht wird dazu die Kunden besuchen und ihre spezifische Wohnbedürfnisse erfassen. Aufgrund dieser Daten werden dann in der Dominikanischen Republik entsprechende Liegenschaften zur Auswahl angeboten. Cindy Puello unterhält dafür ein Netzwerk zu verschiedenen Maklern. Zum Angebot gehört, dass auch Dienstleistungen angeboten werden können. Z.B. in der Reinigung, Gartenpflege, Seniorenpflege, Sicherheitsdienst usw. Diese Personen werden in der Ausbildung unterstützt und bei der Vermittlung begleitet. 

Die verschiedenen Partner verpflichten sich, die von uns entwickelten Kriterien der Nachhaltigkeit einzuhalten. So kann auch ein Beitrag an die ökologische Verwendung von Ressourcen bewirkt werden und die Sensibilität aller Beteiligten gefördert werden. Dadurch können wir den Focus auf das Schöne und Vorhandene richten und dabei eine zusätzliche Verbesserung erreichen.

Die Einkünfte aus Makler-Provisionen werden teilweise für die Aufrechterhaltung der Beratungsstelle und der Förderung der Selbständigkeit von Einzelpersonen und Gruppen verwendet. Der Vorteil dieses Systems erscheint uns im Umstand, dass wir die wesentlichen Bereiche in eigener Hand haben. So sind wir weniger Abhängig von Geldgebern und der globalen Lage  anderer Krisenregionen. Wir können Teile der notwendigen Gelder selbst erwirtschaften und dabei auch unsere Klienten durch Arbeit in den Prozess einbinden.  Dabei sind unsere Ressourcen ausgezeichnet eingesetzt. Stephan Mayenknecht ist in Besitzt des MAS in systemischer Beratung und Cindy Puello hat längere Zeit in der Versicherungsbranche gearbeitet und bildet sich derzeit im Immobilienbereich weiter. Zudem besteht eine enges Netz zu Handwerkern, Maklern, Diestleistern, Notaren und Anwälten. 

2019 werden wir so einen Grossteil unserer Energie in den Aufbau dieses Systems stecken.

 
 

2017 war ein sehr wichtiges Jahr. Nach der Übersiedlung von Cindy Puello Ende 2016 nach Santo Domingo konnten die Pläne effizient umgesetzt werden. Wir durften so einige sehr interessante Projekte verwirklichen. Hier ein kleiner Überblick:

Beratungsräume

Jahresbericht 2017

 

Aufgrund des Netzwerkes konnte eine verhältnismässig günstige Immobilie angemietet werden. Zwar waren noch einige Renovations-Arbeiten umzusetzen und manches musste noch ergänzt werden. Das war aber auch eine ausgezeichnete Möglichkeit schon die ersten Arbeiter mit in dieses Projekt einzubeziehen und wichtige Erfahrungen zu sammeln. So konnten ab März zwei Räume für die Beratungsstelle bereitgestellt werden. 
Schon in den ersten Wochen wurde das Angebot sehr gut angenommen. Dabei konnten wir einerseits einen Überblick gewinnen und auch erste Vernetzungsarbeit betreiben. Dabei hat sich schnell das Bild ergeben, dass die jungen Menschen sehr engagiert sind eine Arbeit zu finden, dass es aber kaum Möglichkeiten gibt eine Ausbildung zu absolvieren. Dadurch sind die Verdienstmöglichkeiten als ungelernte Hilfsarbeiter sehr gering. Diesem Umstand werden wir uns deshalb in den nächsten Jahren besonders stark widmen.

Umfragen

Um noch einen besseren Überblick über die Situation und die Bedingungen der Betroffenen zu erhalten, führte ein 3 köpfiges Team unter der Leitung von Cindy Puello Umfragen durch. Dazu wurden an neuralgischen Punkten sowohl Jugendliche (48) befragt als auch Gewerbetreibende (12) und Immobilienbesitzer (6) mit einbezogen. Dabei gab es 3 Schwerpunkte:

  1.  Bei den schlecht ausgebildeten Jungendlichen herrscht durchgehend Hoffnungslosigkeit. Ihnen ist bewusst, dass sie kaum eine Chance haben eine Familie zu ernähren. Vor allem die Mädchen sehen ihre Zukunft pessimistisch. Sie orientieren sich in grosser Zahl daran ins Ausland zu ziehen (vorzugsweise USA oder Europa). 83% der Befragten gaben aber an, wenn sie eine Chance im Land auf Ausbildung und Anstellung mit ausreichendem Lohn hätten würden sie diese Möglichkeit sofort wahrnehmen. Fast alle streben dabei eine selbständige Tätigkeit an.
  2. Das Gewerbe ist sehr zurückhaltend was konkrete Vereinbarungen betrifft. Unternehmer sind kaum bereit die jungen Menschen fundiert auszubilden. Sie bedienen sich eher in dem grossen Angebot an Arbeitssuchenden je nach Bedarf und stellen die Arbeiter nur temporär ein. Mitarbeiter einzuarbeiten und auch Lernfelder zu bieten scheint für viele zu aufwendig zu sein.
  3. Auch Immobilien-Besitzer sind kaum bereit Experimente zu machen. Liegenschaften werden nur an Personen vermietet, die über ausreichend Reserven und Einkommen verfügen. Unter diesen Bedingungen, ohne eine Möglichkeit auf Förderung, ist der Start in eine selbständige Tätigkeit nicht möglich. 
So schliessen wir das Resümee diese 3 Hauptpunkte in die Zielsetzung aufzunehmen:
  1. Wir bieten eine möglichst fundierte Ausbildung und sorgen für eine angemessene Anschlusslösung
  2. Wir bauen ein Vertrauensverhältnis zum Gewerbe auf und vermitteln so unsere Lehrabgänger in dieses Netzwerk
  3. Wir bilden eine Koordination-Funktion und unterstützen junge Erwachsene beim Aufbau einer selbständigen Tätigkeit

Web-Workshop

Bei den Gesprächen mit den Jugendlichen zeigte sich, dass relativ wenige ein klares Bild von der Zukunft haben. Wie könnte eine selbständige Tätigkeit gestaltet werden? Was könnte angeboten werden und wie würde das aussehen? Um die jungen Menschen bei der Visualisierung zu helfen wurde ein Workshop organisiert. Dabei wurden mögliche Tätigkeiten innerhalb der Dienstleistung besprochen und anhand von virtuellen Webseiten umgesetzt. Diese Technik ermöglichst es den Teilnehmenden das Ziel zu fokussieren und konzentriert darauf hinzuarbeiten. Bei der jeweiligen Umsetzung stand unser Team zur Seite. Als Anschauungsmaterial dienten die Seiten: anacaonatours, a-garb und cindycate. Am Workshop nahmen 4 Mädchen und Jungen im Alter von 14 - 17 Jahren teil. Dabei konnten wir auch die länderübergreifende Zusammenarbeit festigen. Stephan Mayenknecht übernahm beim Kurs Teile der Gestaltung und die Vernetzung zum Web-Hosting. Die Kommunikation über Skype funktioniert problemlos, von einigen Stromausfällen abgesehen.

Renacer Taller

Im Laufe des Jahres gab es immer wieder vereinzelte Arbeitseinsätze, bei denen Interessierte am Projekt mit einbezogen wurden. Das führte in der Folge zur Gründung der  Arbeitsgruppe Renacer Taller,  die auch in Zukunft als Team zusammenarbeiten möchte und so stärker auf dem Markt auftreten kann. Für die Muster-Arbeit konnte eine Dachterrasse gestaltet werden. Cindy Puello konnte dabei ihre Projektarbeit innerhalb des Design-Studiums einfliessen lassen. Die bauliche Leitung führte  David Armando Puello. Dabei nutzte er seine Erfahrungen im Baugewerbe eindrücklich. Vor einigen Jahren führte er ein eigenes Bauunternehmen in den USA. So war es möglich das Projekt auf hohem professionellen Niveau umzusetzen. Die Ausführung dient nun dafür, für die Baugruppe Aufträge zu organisieren.

Merchandising

Für unseren Partner Lösung.expert konnten wir eine kleine Charge an Merchandising-Produkten herstellen. Dafür wurde ein Holz-Stern produziert. Für die Umsetzung funktionierte die Zusammenarbeit ausgezeichnet. Der Prototyp wurde in der Schweiz hergestellt und die Zeichnungen und Maschineneinstellungen nach Santo Domingo gesandt. Zwei Jugendliche konnten in die Produktion mit einbezogen werden.

Kunst-Workshop

In den Umfragen zeigte sich, dass vor allem junge Frauen sehr interessiert sind, Ihre Zukunft im Bereich des Kunsthandwerks zu suchen. Das ist grundsätzlich durch ein Studium möglich. Um den jungen Menschen einen Einblick in die Ausbildung zu gewähren organisierten wir einen 2-tägigen Schnupperkurs. Dabei konnten Interessierte am Alltag der Kunstschule teilnehmen. Das Echo war sehr gross und es wird nun in einem weiteren Schritt wichtig sein, Teilnehmenden aus den unteren Schichten einen Zugang zum Studium zu ermöglichen oder zumindest ein Kursprogramm auf die Beine zu stellen.